IGNI Mitglieder entwickeln behelfsmäßigen Gesichtsschutz

Zwei unserer besonders engagierten Mitglieder haben sich in den letzten Tagen Gedanken gemacht, wie man sich beim aktuellen Mangel an Schutzausrüstung selbst helfen kann. Konkret haben sie ein Faceshield entwickelt. Es wurde im Krankenhaus und Operationssaal bereits erprobt und es können mittlerweile auch große Stückzahlen davon hergestellt werden.


von Dr. Manuel Winkler und Johannes Stoiser:
Es gibt im Internet mittlerweile zahlreiche 3D-Modelle und Anleitungen, um sich einen improvisierten Gesichtsschutz selbst direkt vor Ort herzustellen.

Wir haben zahlreiche Varianten gedruckt und getestet. Unsere Anforderungen waren klare Sicht, auch seitlicher Schutz, Platz für FFP-Masken, leichte Bauweise, nach oben offen (beschlägt nicht, Abdeckung mit zusätzlicher OP-Haube wenn nötig), kann sich verschiedenen Kopfformen und -größen anpassen, sicherer und gleichzeitig bequemer Sitz sowie die prinzipielle Möglichkeit zur Reinigung und Wiederaufbereitung.

Nach zahlreichen Versuchen und Optimierungen ist schlussendlich ein eigenes Modell entstanden, das sie nun gerne mit euch teilen möchten.

Gedacht ist das Schild vor allem für bestimmte Tätigkeiten im Operationssaal und der Intensivstation, aber auch für pflegerischen Tätigkeiten, im Rettungsdienst und auch abseits des Gesundheitssektors könnte er eventuell eine Hilfe sein. Aus diesem Grund war für uns von Beginn an klar, eine Anleitung sowie die nötige Datei für den 3D-Drucker zu veröffentlichen. So kann dieses Faceshield vor Ort produziert und zusammengebaut werden.

Produktionsdauer: ca. 1-2h pro Stück im 3D-Drucker plus 5 Minuten fürs Zusammenbauen.

Falls kein 3D-Drucker zur Verfügung steht, besteht auch die Möglichkeit das Faceshield über uns zu beziehen. Zusammen mit unserem Partner, der 3D-Fabrik in Rankweil (Vorarlberg) sind wir in der Lage, auch große Stückzahlen herzustellen.

Hier seht Ihr den letzten Prototypen im Einsatz (das Endergebnis weicht nur sehr geringfügig davon ab).


Es ist kein Medizinprodukt und erfüllt auch keine Tests oder Standards. Es ist aber eine unserer Meinung nach eine gute, einfache und schnelle Möglichkeit sich bei den aktuellen Lieferengpässen auszuhelfen.

Hier findet Ihr die 3D Druck Datei (.stl) und die Bauanleitung zum Zusammenbauen (.pdf) mit den Angaben, was Ihr sonst noch so braucht.


Falls Ihr sie nicht selber herstellen könnt, aber Interesse an solchen Schilden habt, schreibt uns gerne.

Bleibt gesund!
Dr. Manuel Winkler und Johannes Stoiser


Kontakt:
Dr. Manuel Winkler: manuel.winkler@igni.at
Johannes Stoiser: johannes.stoiser@gmail.com


Nachtrag: das New England Journal of Medicine hat einen Artikel veröffentlicht, in dem simuliert wurde, wie sich Tröpfen verteilen, wenn ein Patient während einer Intubation hustet. Das Bild zeigt die Verteilung der Tröpfchen im Gesichtsfeld des Arztes.

zum Artikel: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2007589
das Bild (vom New England Journal of Medicine):
NEJM: Fluorescent Dye Expelled from a Simulated Patient Cough That Ended Up on the Laryngoscopist.

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