CritCa:Re - Der härteste präklinische Refresher Österreichs
Worte die schwer wiegen, wenn man bedenkt, dass es der erste Notarzt-Refresher ist, welchen wir als IGNI organisieren. Es soll jedoch nicht nur für Ärzt:innen gedacht sein, auch Sanitäter:innen sollen auf ihre Kosten kommen. Das Ziel des Kurses: 2 Tage Praxis, Praxis, Praxis & dabei die Teilnehmer:innen an ihre Grenzen bringen.
So steht der Plan - nun geht die Organisation los. 1,5 Jahre vor dem Kurstermin das erste Treffen. Ideen werden ausgearbeitet und wieder verschmissen, Konzepte werden überlegt und erneut adaptiert. Mithilfe von vielen motivierten Personen entsteht so nach stundenlanger Arbeit ein Kurs, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Am 16. April war es dann soweit. Um 08:00 Uhr begrüßten wir insgesamt 33 Teilnehmer:innen im Lehrsaal der Landesfeuerwehrschule Tirol. In der Früh lernte jede Gruppe ihre Fachexpertin bzw. ihren Fachexperten kennen. Ein Konzept, welches wahrscheinlich Alleinstellungsmerkmal hat. Jede Gruppe wird über die gesamten 2 Tage von derselben Person begleitet. Dem Fachexperten bzw. der Fachexpertin gibt dies die Möglichkeit neben medizinischen Hilfestellungen auch auf Non-Technical Skills besser eingehen zu können.
Tag 1
Von Bregenz bis Wien und auch aus Deutschland kamen motivierte Notfallmediziner:innen nach Telfs. Nach einem Impulsvortrag von Dr. Frank Hartig zu "AMAX4" starteten am ersten Tag die Workshops. Der schwierige Atemweg mit Koniotomie- sowie SALAD-Trainer und die präklinische Geburt mit Versorgung von Mutter & Kind wurden den Teilnehmer:innen praxisbezogen näher gebracht. Zusätzlich wurden am ersten Tag pro Gruppe jeweils ein eCPR Beispiel und ein Großunfall mit mehreren Verletzten geübt. Nach dem Mittagessen gab es auch noch den zweiten Kursvortrag von Dr. Thomas Bitriol zum Thema “Reanimation & Angehörige". Am Ende des ersten Kurstages folgte ein gemeinsames Abendessen mit vielen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.
"Absolut empfehlenswert!"
Jens Knoll - NFS-NKI & ACN Niederösterreich
Tag 2
Bei Sonnenschein und warmen Frühlingstemperaturen startete der zweite Kurstag mit einem Vortrag von Dr. Jan Heydolph zum Thema "präklinische Sonographie". Der Tag war gezeichnet von Fallbeispielen die es in sich hatten. Im Zugabteil wurde der Einsatzleiter überraschend von einem Betrunkenen mit einem Messer attackiert und an der Leiste verletzt. 50 Meter weiter musste ein Arbeiter, welcher von einem Hydraulikschlauch im Gesicht getroffen wurde, koniotomiert werden. Eine orale Intubation war aufgrund der offenen Unterkieferfraktur nicht möglich. Am Hang gegenüber lag ein Kind bewusstlos mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Gras. Arbeiten im steilen Gelände war angesagt. Bei so vielen stressigen Einsätzen kamen das Mittagessen und der Vortrag von Dr. Volker Schäfer zum "Vortex Approach" gerade recht. Weiter ging es mit einem kardiogenen Schock im 2. Stock eines Gebäudes ohne Lift. Beim Sekundärtransport musste bei starkem Regen aufgrund eines schlussendlich therapierefraktären Status epilepticus das NEF hinzugezogen werden. Und zu guter Letzt galt es im Erdgeschoss eine Gebäudes gleich zwei Patienten zu versorgen. Ein Neugeborenes mit respiratorischer Anpassungsstörung und die Mutter mit postpartaler Blutung im hämorrhagischen Schock. Den letzten Vortrag hielt Andreas Zoller zu "Special Circumstances in CPR - Update ERC 2025".
"Ihr seid eurem Titel “der härteste Notarzt-Refresher Österreichs” auf alle Fälle gerecht geworden"
Dr. Mario Krammel - Chefarzt Berufsrettung Wien
Dank
1 Kurs, 2 Tage, 3 × Großunfälle, 5 Vorträge, 18 × Workshops, 33 Teilnehmer:innen, 42 × Fallbeispiele - all das wäre nicht möglich gewesen ohne die 49 freiwilligen Helfer:innen. Patientendarsteller:innen mit vollem Körpereinsatz; Instruktor:innen mit Liebe zum Detail; Personen, die unzählige Rucksäcke wieder auffüllten; und ein Organisationsteam, dass bis zum Schluss jedes Problem lösen konnte. Ein Kurs, der zeigt wie die IGNI über die Jahre gewachsen ist. Ein Kurs der ohne dem Team dahinter so nie stattgefunden hätte.
#weilnotfallmedizinteamsportist
“Mein Favourite ist die organisationsübergreifende Zusammenarbeit und die sehr realen Fallbeispiele.”
Jonas Häusle - NFS-NKV ASB Feldkirch, Vorarlberg
"Ich kann die Fortbildung wirklich jedem empfehlen"
Dr. Daniel Grassmann - Oberarzt Berufsrettung Wien
“2 Tage Vollgas, es tut alles weh, aber es war voll geil!”
Stefan Schatzl - NFS-NKI
“Ich find's mega, wie gut der Kurs organisiert ist. Ich glaube, da kann jeder etwas mitnehmen, egal welche Profession. Deshalb große Empfehlung."
Dr. David Schuchter - Allgemeinmediziner & Notarzt in Tirol